Gasversorgung mit Flaschen in Schweden und Norwegen

Gas Wohnmobil nachfüllen Schweden Norwegen
Gas Wohnmobil nachfüllen Schweden Norwegen

Seid ihr auch im Winter unterwegs? Wir sind es. Wir lieben es. Wir lieben die Ruhe, die uns diese Zeit bietet, weniger Menschen mit dem Wohnmobil unterwegs, so dass sich in diesen Zeiten viel leichter ungestörte Plätze finden lassen. Und noch mehr lieben wir es, in dieser Zeit in den Norden zu fahren, dem Schnee entgegen, sowie zuletzt mit unserer Jagd auf Polarlichter.

Nun muss man aber im Winter erfahrungsgemäß heizen. Wenn ihr eine Dieselheizung habt, dann seid ihr fein raus – einfach tanken und gut. Wenn ihr aber wie wir eine Gasheizung habt, dann kommt ihr früher oder später an den Punkt, wo sich der Gasvorrat dem Ende neigt und ihr neues Gas ranschaffen müsst.

In Deutschland kein Problem. Einfach den nächsten Baumarkt angesteuert und die Flasche getauscht, oder, wenn ihr einen Tank habt, die nächstbeste Tankstelle angefahren und LPG getankt. Ja, in Deutschland kein Problem, die Flaschen passen und LPG gibt es an den allermeisten Tankstellen.

Aber was ist, wenn ihr in Schweden oder Norwegen seid?

Schwedische Gasflasche verwenden

Der übliche Fall ist es in Deutschland, die Gasflasche einfach zu tauschen.
Nun gibt es in Schweden und Norwegen Flaschen wie bei uns, aber die Anschlüsse sind anders. Unsere Anschlüsse passen nicht. Und tauschen werden Sie eure deutsche Flasche im Baumarkt oder an der Tankstelle schon mal gar nicht.

Die Flasche, die man in Schweden kaufen muss, ist eine P11-Flasche. Diese entspricht unserer in Deutschland, nur eben mit anderem Anschluss. POL-Anschlüsse sind in Schweden an diesen Gasflaschen P11 üblich. Die Aluminiumvariante dazu ist AP11, diese hatten aber alle noch einen Kragen, das hätte bei uns nicht gepasst. Achtet darauf, dass diese einen POL-Anschluss hat, was aber die Regel sein sollte. 

Mit solch einem Adapter kann man die schwedische Gasflasche mit POL-Anschluss an die deutsche Gasanlage anschließen.

Jetzt haben wir eine deutsche Gasflasche und eine schwedische im Wohnmobil. Wir schalten jetzt auf die schwedische um und nutzen diese. Die deutsche soll jetzt nur noch Reserve sein, wenn die schwedische leer werden sollte, und nur die Zeit überbrücken bis die schwedische getauscht wurde.

Es gibt zwei große Anbieter in Schweden. AGA und Primagaz. AGA gibt es an OK-Q8 Tankstellen und manchen Baumärkten, verbreiteter aber ist Primagaz, die es an Circle K Tankstellen gibt und ebenso auch in Baumärkten. Mit einer Primagaz-Flasche macht ihr sicher nichts falsch, das Tankstellennetz von Circle K (ehemals Statoil) ist sehr groß. Eine Circle K Tankstelle findet ihr garantiert immer irgendwo in der Nähe, und wenn ihr schon da seid, könnt ihr dort auch gleich Frischwasser auffüllen, das geht bei Circle K im Grund immer, bei anderen Tankstellen nicht unbedingt.

Nachteil: Kaufflaschen sind in Schweden sehr teuer, aber wie in Deutschland eine einmalige Investition. Zurückgenommen werden diese nicht, ebenso wie in Deutschland. Kosten einer leeren Flasche ab 1000,- Schwedenkronen, also derzeit happige 100,- EUR, Stand November 2021.
Beim Tausch ist eventuell noch etwas Rest Gas in der Flasche, den ihr nicht verbraucht, aber bezahlt habt.

Vorteil: Ihr kommt so gut wie überall an Nachschub ran, ganz wie in Deutschland.

Zurück in Deutschland kann man die Flasche bei Kleinanzeigen reinstellen, es findet sich garantiert jemand, der nach Schweden möchte und eine gebrauchen kann. Oder man hebt die Flasche auf, denn wer einmal in Schweden war, will ganz sicher nochmal hin.

Norwegische Gasflasche verwenden

In Norwegen kann man natürlich auch Flaschen kaufen und mit einem Adapter im Wohnmobil betreiben. Für übliche norwegische Flaschen benötigt man einen anderen Adapter, und zwar für Clip On-Anschlüsse. Der POL-Anschluss kommt der eher selten vor. Wenn ihr an eine Flasche kommt, die für Industri oder Proff gedacht ist, dann habt ihr in Norwegen einen POL-Anschluss, dann geht der gleiche Adapter wie in Schweden.

Nachteil: Kaufflaschen sind in Norwegen auch teuerer, aber wie in Deutschland eine einmalige Investition. Zurückgenommen werden diese ebenso nicht.
Beim Tausch ist eventuell noch etwas Rest Gas in der Flasche, den ihr nicht verbraucht, aber bezahlt habt.

Vorteil: Ihr kommt so gut wie überall an Nachschub ran, ganz wie in Deutschland.

Zur Verwendung einer norwegischen Flasche mit Adapter kann ich jedoch nicht viel sagen, da ich immer in Schweden mit POL-Anschluss gekauft/getauscht habe und in Norwegen meine deutsche Flasche nachfüllen ließ, dann das ist in Norwegen sehr einfach. Daher kann ich leider auch nichts dazu sagen, welche Anbieter es dort gibt.

Das Netz an Nachfüllstationen ist sehr groß, siehe weiter unten.

Deutsche Gasflasche in Schweden nachfüllen lassen

Gasfüllstationen Schweden
Gasfüllstationen Schweden

Die anderen Möglichkeit ist es, die deutsche Gasflasche nachfüllen zu lassen. Auf der Webseite http://www.besucherguide-schweden.de/reiseinfos/gasfullstationen gibt es eine Liste und eine Karte mit Stationen, die dieses anbieten. Diese Liste ist allerdings nicht immer aktuell, manche Stationen gibt es nicht mehr, ihr solltet also immer vorher anrufen, ob dort noch deutsche Flaschen nachgefüllt werden.

Wir haben unsere deutschen Flaschen problemlos auffüllen lassen können, einen Adapter haben wie benötigt, den hatte man von Ort.

Eine Füllung kostete um 330,- SEK, also derzeit knapp 33.- EUR. Stand November 2021.

Vorteil: Ihr müsst keine schwedische Flasche und keinen Adapter kaufen, was eine Menge Geld spart.
Ihr könnt jederzeit nachfüllen, auch, wenn die Flasche noch zum Teil gefüllt ist.

Nachteil: Ihr müsst eventuell weitere Strecken zum Auffüllen auffahren, und mit Pech wird dort nicht mehr aufgefüllt oder es gibt das Unternehmen nicht mehr. Ruft am besten immer vorher an und fragt nach, ob deutsche Flaschen gefüllt werden und ob ihr einen Adapter benötigt.

Deutsche Gasflasche in Norwegen nachfüllen lassen

Wie auch in Schweden kann man natürlich auch in Norwegen seine deutschen Gasflaschen nachfüllen lassen.

Auf der Webseite http://www.lpgnorge.no/stasjonsoversikt ist eine Karte, auf der alle Stationen verzeichnet sind, bei denen ihr eure Flaschen auffüllen lassen könnt.

In der Regel benötigt man auch dort keinen Adapter, diese sind vor Ort vorrätig, zumindest was dies der Fall an allen Stationen, an denen ich gewesen bin.

Vorteil: Ihr müsst keine norwegische Flasche und keinen Adapter kaufen, was eine Menge Geld spart.
Ihr könnt jederzeit nachfüllen, auch, wenn die Flasche noch zum Teil gefüllt ist.

Nachteil: Ihr müsst eventuell weitere Strecken zum Auffüllen auffahren, und es besteht immer die Möglichkeit, dass der Betrieb geschlossen hat oder nicht mehr auffüllt. Ruft am besten immer vorher an und fragt nach, ob deutsche Flaschen gefüllt werden und ob ihr einen Adapter benötigt.

Gas nachfüllen in Norwegen
Gas nachfüllen in Norwegen

Und so machen wir es: der flexible Mix

Unsere Lösung: Wir fahren mit nur einer deutschen Flasche los. In der Regel sind die Fahrzeuge ja mit zwei 11-kg Flaschen ausgerüstet. Den zweiten Flaschenplatz bestücken wir mit einer schwedischen Flasche mittels oben verlinktem Adapter. Primär nutzen wir unterwegs dann die schwedische, wenn diese leer ist schalten wir auf die deutsche um (automatisch mit der DuoControl) und tauschen die leere dann bei nächster Gelegenheit um. Sobald die leere schwedische in eine volle getauscht wurde, schalten wir wieder auf diese zurück. Wenn wir dann auf der Tour in die Nähe eines Befüllers kommen, füllen wir die deutsche Flasche auf, und meist auch die schwedische, wenn wir schon mal da sind. Solltet ihr diesen Weg gehen wollen, dann habt ihr natürlich noch keine schwedische oder norwegische Flasche, dann fahrt einfach mit nur einer deutschen los und lasst eure zweite Zuhause. Im Land angekommen, besorgt ihr euch dann die entsprechende Flasche, ob nun eine schwedische oder norwegische hängt davon ab, wo ihr euch häufiger aufhalten wollt.

Gas in Schweden und Norwegen: nicht so kompliziert, wie es scheint.

Mit einer Tauschflasche könnt ihr auf dem Weg an der Tankstelle tauschen, auch am Wochenende, im Baumarkt etc. Wenn ihr eure Flaschen nachfüllt, dann solltet ihr immer den Vorrat im Blick haben und eure Route entsprechend planen. Denn wie es Murphy’s Law will, geht euch das Gas am Samstag aus und nachfüllen ginge erst am Montag, denn diese Betriebe haben in der Regel am Wochenende geschlossen. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Wir fahren mit der Variante einer schwedischen/norwegischen und einer deutschen Flasche am besten, so sind wir am flexibelsten. Ist mal kein Befüller in der Nähe, oder Wochenende, dann tauschen wir einfach an der Tankstelle.

Auf den ersten Blick ist es vielleicht verwirrend, aber es ist einfacher, als es zuerst erscheint. Wer nachfüllen will, muss nur rechtzeitig daran denken, um nicht ohne Gas dazustehen und die Route entsprechend planen, um nicht zu weite Wege zum Nachfüller zu haben.

Wer flexibler sein will, kauft vor Ort eine Flasche und bereits vor dem Urlaub den passenden Adapter, der Rest ist dann wie zuhause in Deutschland. Flasche leer? Einfach tauschen und fertig.

Und wer es am einfachsten will, der fährt den Mix wie wir.

Adapter zum Befüllen

Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass es Adapter zum Befüllen gibt. Ich habe diese nie benötigt noch habe ich jemals eine Flasche selbst befüllt. Rechtlich ist das Selbstbefüllen in der Regel nirgends erlaubt und kann böse nach hinten losgehen, wenn man nicht weiß, was man tut.

Dennoch habe ich diesen Satz Adapter unterwegs dabei, denn ich möchte darauf vorbereitet sein, im Ausland füllen lassen zu können, wenn es doch mal heißen sollte, dass man zwar füllt, aber keinen Adapter für deutsche Flaschen vor Ort hat.

In Schweden und Norwegen war dies aber nie der Fall, jede angefahrene Station konnte meine deutsche Flasche füllen.

Und jetzt viel Spaß beim Winterurlaub in Schweden und Norwegen!

Pe

Wenn ich nicht gerade mit meiner Briardhündin Hedda reise, dann arbeite ich in meinem eigenen Unternehmen Namensschilder Systeme Siedenburg (http://www.namensschilder24.de). Wir fertigen Namensschilder für Kunden in ganz Europa. In meiner Freizeit außerhalb der Arbeit beschäftige ich mich mit alten Computern der 70er, 80er und 90er Jahre, sowie den Spielkonsolen aus dieser Zeit. Ansonsten spiele ich noch gerne auf meinem Yamaha Genos Keybord, versuche mit an der Mundharmonika und am Theremin. Musik ist mir sehr wichtig, sie gibt mir einen Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag, und sogar auf Reisen muss es manchmal mit, dann aber nicht das große Genos, sondern ein kleines USB Keyboard, dass dann am Mac (genauer ein Hackintosh) genutzt wird und mit Logic Pro X zusammenarbeitet. Desweiteren unterwegs gerne mal, wenn das Wetter schlecht ist, eine Runde Zocken auf der Nintendo Switch oder am Laptop. Oder was lesen, in der Regel Magazine wie P.M, Nat Geo oder ähnliches.

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